Brandschutz und Fluchtwege bei Veranstaltungen: Diese Regeln gelten in der Schweiz

Brandschutz und Fluchtwege bei Veranstaltungen: Diese Regeln gelten in der Schweiz

Autor: Datum: 14th Jan. 2026 Kategorie: Allgemein, Tutorial

Vorschriften für Brandschutz und Sicherheit gibt es nicht nur bei Gastronomie-Betrieben und Event-Locations wie Mehrzweckhallen, sondern auch für mobile Bauten wie Festzelte. Dieses Tutorial für Event-Manager oder Organisationskomitees zeigt, worauf es ankommt.

Wer einen Anlass organisiert in einer Mehrzweckhalle oder einem Gemeindesaal, der kennt es bestimmt: Für solche Gebäude gibt es oftmals sogenannte «Bestuhlungspläne». Darin ist festgehalten, wie genau Tische und Stühle für das Publikum angeordnet sein müssen. Solche Pläne machen Sinn, denn sie garantieren die Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften.

Wer allerdings ein Festzelt mietet oder ein Openair-Event organisiert, muss sich selbst mit den entsprechenden Regelungen vertraut machen. Dieses Tutorial gibt einen Überblick über die wichtigsten Vorschriften, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Rechtsgültigkeit. Im Zweifel geben die zuständigen Behörden (Feuerpolizei, Gemeinde etc.) Auskunft und bestimmen, was für den jeweiligen Event genau gilt.

Sicherheitskonzept: Der organisatorische Brandschutz

Grundsätzlich gilt: Bei Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen ist ein Sicherheitsbeauftragter Brandschutz zu bestimmen. Auf Verlangen der Behörden ist zudem ein Sicherheitskonzept zu erstellen. In diesem Konzept ist darzulegen, wie im Ernstfall reagiert wird. Unter anderem werden Fluchtwege bestimmt oder Anfahrtswege für die Rettungskräfte.

Bei Grossveranstaltungen werden Vorbereitungen getroffen für verschiedene Notfallszenarien, bis zur vollständigen Evakuation des Festgeländes. Musterkonzepte finden sich zum Beispiel auf der Website des Nationalen Fachgremiums Crowd Management. Weitere Informationen zu den Dienstleistungen von MSL Eventtechnik für die Sicherheit bei Grossveranstaltungen finden Sie auch in diesem Artikel zum Kreisturnfest in Schafisheim.

Zum organisatorischen Brandschutz gehört natürlich auch, dass alle relevanten Personen über das Sicherheitskonzept informiert werden. So muss das Küchen-Team natürlich wissen, wo die Feuerlöscher stationiert sind und der DJ muss wissen, welche Aufgaben er im Fall einer Evakuation hat. Einfache Sicherheitskonzepte und klare Instruktionen für das Team lohnen sich übrigens auch für kleinere Events.

Feuerfeste Dekoration, schwer entflammbarer Bühnenmolton: Die richtige Ausrüstung

Ein Risikofaktor für Brandfälle ist die Dekoration. Papier oder normaler Stoff haben grundsätzlich nichts verloren an grösseren Veranstaltungen. Dekoration muss schwer brennbar sein, darf nicht zu viel Rauch produzieren und nicht brennend abtropfen. Zudem ist immer darauf zu achten, dass sie nicht in der Nähe von Wärmequellen (z.B. Scheinwerfer, Heizungen etc.) angebracht wird.

Für die Einkleidung von Bühnen oder die temporäre Verdunkelung von Fenstern gibt es speziellen, schwer entflammbaren Bühnenmolton. Diesen kann man – in verschiedenen Farben, Grössen und Ausführungen – bei MSL Eventtechnik mieten. Wichtig ist bei der Montage darauf zu achten, dass Dekoration oder Bühnenstoffe die Schilder für Notausgänge oder auch Feuerlöscher nicht verdecken.

Bühnenmolton macht Bühnen schöner, aber auch sicherer: Denn dieser Spezialstoff ist schwer entflammbar.

Signalisation von Fluchtwegen, Notlicht, Evakuationsanlagen: Der technische Brand- und Veranstaltungsschutz

Fluchtwege und Notausgänge müssen nicht nur geplant, sondern vor allem auch gut sichtbar gekennzeichnet werden. Dafür gibt es Notausgangsleuchten, die auch per Akku laufen, falls der Strom ausfällt. Für die Grösse der Schilder gilt grundsätzlich, dass sie von jedem Punkt aus gut lesbar sein können. Detaillierte Regelungen finden sich in den Brandschutzvorschriften der Vereinigung der Kantonalen Feuerversicherungen.

Bei grösseren Veranstaltungen ist ein Notlicht vorgeschrieben. Also eine Grundbeleuchtung, die auch ohne Strom weiterläuft. MSL Eventtechnik bietet dafür verschiedene Lösungen an: Akkubetriebene Lampen, aber auch Notstromversorgungen, die im Notfall mit Benzin betrieben werden können (Stromgeneratoren).

Dasselbe gilt auch für Audio-Anlagen, also Lautsprecher-Systeme, mit denen Notfall-Durchsagen für das Publikum gemacht werden können. Diese Evak-Anlagen sind mit einer USV (unterbruchsfreie Stromversorgung) mit Akku ausgerüstet, sodass sie in jedem Fall funktionieren.

Vorgeschrieben sind für grössere Veranstaltungen im Bereich technischer Brandschutz auch Feuerlöschgeräte. Insbesondere im Bereich von Küche oder Grill (immer in einem Nebenzelt unterzubringen) braucht es Feuerlöscher für Fettbrände. Eine sehr praxisnahe Übersicht zu den wichtigsten Regelungen gegen Feuer gibt es übrigens bei der Beratungsstelle für Brandverhütung.

Abstände, Anzahl Notausgänge, maximale Belegung: Die wichtigsten Zahlen

Eine Veranstaltung mit 25 Menschen hat natürlich nicht die gleichen Anforderungen beim Thema Sicherheit wie eine Veranstaltung mit 2500 Gästen. Aus diesem Grund schreiben die Brandschutzvorschriften von 2015 präzise Zahlen vor, zum Beispiel für die Anzahl Notausgänge oder die Mindestabstände zwischen Tischreihen.

Was in einem Festzelt gilt, ist im Merkblatt 2002-15 detailliert beschrieben, inklusive beispielhafter Grafiken im Anhang. Einige Zahlen zur Veranschaulichung:

  • Fluchtwege (direkte Wege zu den Ausgängen) müssen mind. 1,2 Meter breit sein
  • Der Abstand zwischen Tischen muss mindestens 1,4 Meter betragen
  • In einer Sitzreihe sind maximal 32 Stühle nebeneinander zugelassen, sofern die Sitzreihe von beiden Seiten zugänglich ist, ansonsten dürfen maximal 16 Stühle nebeneinander stehen
  • Der längste Weg zum nächsten Feuerlöscher darf maximal 40 Meter betragen
  • Bei Anlässen mit über 200 Personen gilt grundsätzlich: Pro 100 Personen müssen 0,6 Meter Ausgang vorhanden sein. Für 1000 Personen müssen also Ausgänge mit einer Breite von zusammengerechnet mindestens 6 Meter vorhanden sein.
  • Für Veranstaltungen bis 50 Personen ist ein Ausgang von mind. 0,9 Meter Breite notwendig, ab 50 Personen sind es mindestens zwei Ausgänge von 0,9 Metern Breite.

Selbstverständlich ist mehr immer besser. Ein Feuerlöscher mehr als notwendig kann nicht schaden, besonders grosszügig bemessene Notausgänge sind im Ernstfall ein Segen. Die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften ist im Interesse der Veranstalterinnen und Veranstalter. MSL Eventtechnik unterstützt mit der nötigen Technik und mit Knowhow und Erfahrung.

Dazu gehört auch, dass wir bei der Planung und dem Einrichten der Technik darauf achten, dass Notausgänge und Fluchtwege frei bleiben. Ein Regie-Platz (Mischpulte für Ton, Licht und Video) muss so positioniert sein, dass er keinen Weg versperrt, auch am Boden platzierte Lautsprecher oder die Stützen von Traversenkonstruktionen dürfen flüchtende Personen natürlich nicht behindern. Auch die konsequente Beachtung dieser Sicherheitsregeln macht einen professionellen Partner für Veranstaltungstechnik aus.


Weitere spannende Themen aus unserem Blog:

Zurück